Der Prozess

Adolf Eichmann vor Gericht

Zeitraum: 09/2010 – 11/2011

Ort: Berlin

Auftraggeber: Stiftung Topographie des Terrors

Im April 1961 eröffnete das Jerusalemer Bezirksgericht das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Die Verhandlung wurde zu einem großen Medienereignis. Im Licht der Öffentlichkeit stand dabei nicht nur ein Täter des Holocaust. Erstmals erhielten auch die Schilderungen der Opfer weltweite Aufmerksamkeit. Die Ausstellung widmet sich beiden Aspekten des Verfahrens in dessen Zentrum das Originalfilmmaterial aus dem Gerichtssaal steht.

Die Ausstellung ist in abstrahierter Form einem Gerichtssaal nachempfunden. Den ersten Kontakt mit dem Prozess haben die Besucher*innen durch eine eingefärbte Scheibe, die die dahinter liegenden Geschehnisse verfremdet. Ein sich verjüngender Weg entlang Adolf Eichmanns Biografie, begleitet von den Deportationen des Krieges führt ins Innere. Von dort aus werden die außenstehenden Besucher*innen hinter der blauen Scheibe zu weiteren Beobachter*innen des Prozesses. Die Ausstellungsgrafik nimmt das Motiv der Bürokratie auf, das gleichermaßen für den Prozess und das Handeln des ›Schreibtischtäters‹ Eichmann steht, der auf Papier über Leben und Tod entscheidet. Basierend auf einem ordnenden Raster geben Typografie, Farbgebung und grafische Elemente diesen beiden Bildern eine Form.

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